Rückblick zum Jahresende

Wilhelm Waldner
FCG – Pensionisten Vorsitzender

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

In ein paar Tagen begehen wir das Weihnachtsfest und bald darauf folgt der Jahreswechsel in das Kalenderjahr 2024. Das zu Ende gehende Jahr war durchaus bewegt und arbeitsreich, es hat aber leider so manche Erwartungen nicht oder nur zum Teil erfüllt.

Die Hoffnung, dass die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine im Laufe des Jahres beendet und Friedensverhandlungen aufgenommen werden, hat sich leider nicht erfüllt. Durch den überraschenden Überfall der Hamas auf Israel wurde ein weiterer Kriegsschauplatz eröffnet. Auch im Nahen Osten ist noch nicht absehbar, wann diese Auseinandersetzung zu Ende sein wird, wie die täglichen Meldungen zeigen. Sowohl in der Ukraine als auch im Gazastreifen wird zu guter Letzt eine politische Lösung gefunden werden müssen, die für alle betroffenen Seiten akzeptabel ist. Bei diesen kriegerischen Auseinandersetzungen wird es keine „Sieger“ geben. Ob die „zornigen alten Männer“ in ihren geheizten und luxuriösen Häusern und Wohnungen in Moskau und Katar, die diese Kriege mit voller Absicht vom Zaun gebrochen haben, dafür jemals zur Verantwortung gezogen werden können, wird die Zukunft zeigen. Wir können hier nur hoffen, dass sich die handelnden Personen irgendwann besinnen, damit diese Kriege so rasch wie möglich beendet werden.

Die traditionellerweise im Herbst beginnenden Gehalts- und Lohnverhandlungen sind in den meisten Branchen bereits beendet. Hier hat die in Österreich schon etwas als verstaubtes Relikt angesehene Sozialpartnerschaft wieder einmal bewiesen, dass gerade in herausfordernden und wirtschaftlich ausgesprochen schwierigen Zeiten der Interessensausgleich, der Versuch eine gemeinsame, für beide Verhandlungspartner zufriedenstellende Lösung zu suchen und zu finden, ein österreichisches Erfolgsmodell ist und wohl auch so bleiben wird. Warum die Verhandlungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel, aber auch in der IT und im Consulting-Bereich so mühsam voranschreiten, ist besonders im Rückblick auf die vergangenen Jahre nicht wirklich zu verstehen. Offensichtlich hat die Arbeitgeberseite den hohen Einsatz, die besonderen Belastungen und die Leistungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während der Corona-Pandemie schon wieder vergessen.

Die seitens der Regierung beschlossene Pensionserhöhung hat, wie zu erwarten war, kritische Kommentare ausgelöst. Dass in diesem Pensionspaket Änderungen wie die Einführung einer Schutzklausel, die Erhöhung der Ausgleichszulage und die Aussetzung der Aliquotierung für die Jahre 2023 und 2024 enthalten sind, sollt durchaus Erwähnung finden. Die Erhöhung fast aller Pensionen um 9,7 Prozent deckt die Durchschnittsinflation des Beobachtungszeitraumes ab. Dass die Pensionen über der Höchstbeitragsgrundlage nur um einen Fixbetrag erhöht werden, ist – wieder einmal – ein Abweichen vom Versicherungsprinzip. Insgesamt ist diese Pensionserhöhung ein herzeigbares Ergebnis, mit der die Folgen der Inflation einigermaßen ausgeglichen werden und die Kaufkraft erhalten bleibt.

Die bevorstehenden Festtage und das zu Ende gehende Jahr sind auch ein Anlass, ein großes Danke für euren Einsatz und für eure Treue zur Gewerkschaftsbewegung zu sagen, verbunden mit den Wünschen für ein fröhliches Weihnachtsfest und ein gutes Neues Jahr, mit viel Freude, Zufriedenheit und vor allem Gesundheit.

Wilhelm Waldner
Vorsitzender